Tagesfahrt zu Slevogt und Chagall nach Mainz
Der Kulturverein Edenkoben lud seine Mitglieder und Kunstinteressierte zu einer Reise zu Max Slevogts Bildern ins Landesmuseum und zum Besuch von Marc Chagalls Fenstern in die St. Stephanskirche ein.
Bereits auf der Hinfahrt wurden die Gäste von der Stellvertretenden Vorsitzenden, Martina Roth, ausführlich über die zu erwartenden Erlebnisse informiert.

Die Besuchenden erwartete in einem der ältesten Museen Deutschlands eine Führung mit einer ausgewiesenen Slevogt-Expertin, Frau Dr. Katja Forllner, die seinerzeit auch in der Villa Ludwigshöhe Ausstellungen mit Max Slevogt kuratiert hatte. Angeblich seien die Voraussetzungen für solch wertvolle Gemälde im frisch renovierten Schloss oberhalb von Edenkoben nicht zu schaffen gewesen.
So reiste der Kulturverein zu Slevogt nach Mainz um dort zu erfahren, welch wertvollen Schatz uns der bekannteste deutsche Impressionist hinterlassen hat.
Anhand der für seine Zeit ungewöhnlich großformatigen, virtuos skizzierten typisch vorderpfälzischen Landschaftsimpression in deren Zentrum seine Frau Nini (Antonie Finkler aus Godramstein) unter einem Sonnenschirm liegt, wurde den Zuhörenden u.a. verdeutlichst, welche Techniken Slevogt angewandt hatte, um diese Leuchtkraft in seine Bilder zu zaubern.
Ein zusätzliches Möglichkeit ergab sich mittels einer VR-Brille „Slevogt’s Welt“ immmersiv erleben zu können.
Nach einer Pause und der Möglichkeit sich zu stärken, ging es zur Pfarrkirche St. Stephan. In der Führung hier, die von Frau Ingrid Solano sehr fachkompetent ehrenamtlich durchführte, war zu erfahren, dass wir es dem Pfarrer Klaus Mayer und seiner Hartnäckigkeit zu verdanken haben, dass der damals schon hochbetagten russisch-jüdischen Künstler Marc Chagall 1976 bis 1985 im Nachkriegsdeutschland aktiv wurde und zunächst für die Schaffung eines Fensters gewonnen werden konnte. Nachdem dieses Ergebnis so viel Beifall erhielt, konnte Chagall überzeugt werden, die Chorfenster der im Krieg stark zerstörten Kirche mit Motiven aus dem Alten Testament künstlerisch zu gestalten. Es wurden neun Fenster, die im Glasatelier Jaques Simon in Reims hergestellt wurden. Die Schwarzlotmalerei wurde eigenhändig von Chagall aufgetragen.
Der Ausflug zur Landeshauptstadt Mainz endete rechtzeitig zurück in Edenkoben, um sich für die bevorstehende Sonnenfinsternis zu richten.
